naja ich weiß nicht ob das rausschmeissen eines fernsehers gleich mit einer befreiung von mentaler slavery gleich kommt. es ist doch eher was innerliches, das man auch TROTZ fernseher erreichen kann. denn deine argumentation funktioniert dahingehend nicht, dass du dich sonst von allen gesellschaftlichen dingen frei machen müsstest ergo alleine auf einer insel leben müsstest. it's not working. außerdem fehlt mir immer das aktuelle tagesgeschehen. also ich hätte gerne wieder einen fernseher. hmm es ist etwas off topic aber trotzdem! und zum thema: ich frage mich ob es wirklich nur noch die beschriebenen typen gibt? es gibt doch beispielsweise schon längst keine nur noch harten männer mehr, oder? vielleicht hat es aber auch was mit bildung, erziehung, gesellschaftsschichten zu tun. was heißt vielleicht, ich denke ja!
Ich hab auch nie behauptet, dass nur das Rausschmeissen eines Fernsehers mit der Befreiung von mentaler Sklaverei gleichkommt. Ich schrieb, dass es für mich ein erster Schritt war. Ein erster Schritt, mich von gewissen Konditionierungen, die ich ganz extrem an mir selbst festgestellt habe, zu befreien. Vielleicht sollten wir erst einmal den Begriff "mental slavery" definieren, bevor wir weiterdiskutieren, weil er vielleicht für jeden etwas anderes bedeutet. Und vielleicht sollten wir auch den Begriff "Freiheit" definieren... denn wenn wir vom Ursache-Wirkungs-Prinzip ausgehen... oder auch von Spinoza... dann können wir definitiv niemals frei sein, weil uns irgendetwas immer zu dem treibt, was wir tun... denken... fühlen. Naja... mir fehlt das aktuelle Tagesgeschehen keineswegs... weils meistens eh dasselbe ist. Aber das handhabt ja auch jeder so, wie er möchte. Man kann sich immer irgendwie auf irgendeine Weise informieren.
Hier eine kleine Orientierungshilfe Vokuhila-Oliba Fast schon ein Klassiker. Das Akronym leitet sich aus dem Auftrag an seine Friseuse ab: "Vorne kurz, hinten lang". Der Oberlippenbart ist ebenso ein Charakteristikum dieses in der Regel eher einfacher strukturierten Mitmenschen, der sich im Aussehen und Auftreten an regionalen Fußballgrößen der späten siebziger Jahre orientiert. Für jeden Millimeter, den der "Oliba" unter die Mundwinkel heruntergezogen ist, lassen sich vom 90er IQ bedenkenlos weitere 5 Punkte abziehen. Trägt oft Schnellf*ckerstiefel, die es in grosser Auswahl im Spezialgeschäft für geistige Kleingärtner, dem sog. "Western-Store", gibt. Lebutra Äußere Kennzeichen: Dünnes Lederjäckchen und bunte Trainingshose, zusätzlich meist abgetragene Sportschuhe, die aber noch nie einen Sportplatz gesehen haben. Wird in Kneipen gern gesellig, kann sich aber nur nonverbal verständigen. Trägt sonntags einen olfaktorisch bedenklichen Ballonseiden-Trainigsanzug und eine dicke gelbe Uhr (Rolex-Plagiat aus hauchvergoldetem Blech). Gokeweso Goldkettchen und weiße Socken, Attribute einer Spezies, die durch aggressives Paarungsverhalten auffällt. Versucht, durch massiven Pheromoneinsatz eine Duldungsstarre beim Weibchen zu provozieren. Dauergast in der Erlebnisgastronomie (siehe unten). Leschlibom Den schmalen Lederschlips und Bommelslipper, Modeattribute, die andere zum Glück schon Anfang der 80er Jahre entsorgt haben, trägt der Leschlibom zu besonderen Anlässen wie der samstäglichen Hühnerjagd im Tanz-Bums immer wieder gern auf. Typischer Versicherungsvertreter oder Anlageberater, oft mit anthrazitfarbenem "Ich-habs-geschafft"-Dreier-BMW unterwegs, den er in kleinen, bequemen Raten abstottert. Benz Steht für "Bin eigentlich nicht zurechnungsfähig" und bezieht sich auf alle Insassen eines 190er-Daimlers mit Kotflügelverbreiterung und Heckspoiler. Zusätzlich impliziert "S-Benz" beim Fahrer "Schwanzneid bei nichtreversibler Zeugungsunfähigkeit", sofern er einer der oben genannten Minderheiten angehört oder nahe des innerstädtischen Rotlichtviertels parkt. Spogomikea Spoiler-Golf mit Kenwood-Aufkleber, steht subsumierend auch für "Rennwarzen" (VW Polo mit viel zu kleinen Rädern) und "Kasperbuden" (Kadett C in grellen Neonfarben). Adäquates Pendelverkehrsmittel zwischen Vorstadt-McDonalds und der innerstädtischen Erlebnisgastronomie (siehe unten). In der Geräuschentwicklung einem Furz im Blecheimer nicht unähnlich ("Sportauspuff"). Fahrzeugführer versucht, beim Herannahen eines richtigen Sportwagens seine Nervosität durch hemmungsloses Aufdrehen von Techno-Weisen zu überspielen, was dann von draußen so klingt, als würde man den Blecheimer mitsamt Furz über ein Minenfeld schleifen. Amway Amateurish Waylay, eine Art Kettenspiel mit überteuertem Plunder (Flüssigseife, Badesalz und Kölnisch Wasser). Oft wird man unfreiwilliger Spielkandidat, wenn man ganz überraschend von alten Freunden, die man ewig nicht gesehen hat, zu einem "netten Abend" eingeladen wird. Sinn des Spiels ist nicht, anderen den Ramsch anzudrehen, sondern neue Mitspieler (bei Leschliboms relativ einfach) zu gewinnen und zum Kauf eines obligatorischen Musterkoffers (Inhalt: Flüssigseife, Badesalz und Kölnisch Wasser) zu bewegen. Esoterik Steht auf Altgriechisch für "lehre vom tragen der zwangsjacke" (Seit die Menschen nicht mehr an Gott glauben, glauben sie nicht etwa an gar nichts mehr, sondern an alles). Die Lehre vom subtilen, gerechten Abzocken räucherkerzenbenebelter, nach Mottenkugeln stinkender Sackpulliträger vom Typ "Müsli-Jochen" oder "Kelly-Fan", denen man für ein Heidengeld den allergrößten Schwachsinn (Wunderkiesel, Erdstrahlenfilter, Energiepyramiden und geschleudertes Wasser) andrehen kann. Eine Sonderform des Esoterikers ist der sogenannte HiFi-Freak - mit ähnlicher Leichtgläubigkeit, aber dickerer Brieftasche, die er regelmäßig beim Audio-Krauter in der städtischen Luxus-Meile entleert. Hört angeblich den Unterschied zwischen zwei Schukosteckern, aber nicht auf die menschliche Ratio. Verlegt in seinem Wohnzimmer armdicke Lautsprecherstrippen und bemalt sie mit einem klangverbessernden Spezial-Filzstift. Siehe auch hier. Wupi Wuthocker-Piloten halten sich für sportliche Motorradfahrer, sind aber in Wirklichkeit hirnlose Raser im fortgeschrittenen gustativen Delirium. Bewegen mit Vorliebe kreischende, kasperbunte Krafträder mit Vollverkleidung ("Wuthocker", "Joghurtbecher"). Bodybuilder Entgegen landläufiger Meinung auch ein Kunstwort, steht für "Bedrohliche organische Dysfunktion bei unterentwickelter Intelligenz, leidet daher ernsthaft". Hat die einzigartige Fähigkeit, Rudimente von Gehirnzellen direkt in Muskelfasern umzuwandeln. Neigt in sog. Krafträumen zu Hospitalismus (rhythmische, ungesteuerte Bewegungsabläufe, oft zu beobachten bei internierten Schwachsinnigen) und leidet unter seinem steroidgeschwächten Glied ("Sportstruller"). Ist natürlich nur eine grobe Einteilung, ich bin nach dieser Definition ein Vofanihisela-Oliba mit einem negativen IQ von -60, Vorne fast nix, hinten sehr lang, oberlippenbart links und rechts bis zur Kinnkannte runtergezogen, Die Schnellfickerstiefel trage ich bloss noch zum Motorradfahren, ansonsten trage ich, solange es von der Witterung her geht am liebsten Birkenstocks.
Du hast völlig recht. Mir ging es mehr um die Grundtendenz. Und davon ist - würde ich mal behauptet - bei den meisten Männern noch genug da, selbst wenn es bei einigen immer weniger wird oder sie sich darüber bewusster sind. @Aglaja: An Bourdieu und den Habitus musste ich in diesem Zusammenhang auch mal denken. Aber: Habitus meint doch eher Grenzen, die einem gesetzt sind, weil man eine bestimmte Art hat und deswegen mit anderen Menschen, die einen anderen Habitus haben, nicht so recht kann. Andererseits habe ich auch mal gelesen, dass der Habitus ein System von Grenzen ist, innerhalb derer alles möglich sei. Je weiter man diese Grenzen ausbreitet, umso mehr Freiheit sollte man haben.
Naja... Habitus meint halt all das, was wir so durch unsere Sozialisation mit auf den Weg bekommen. Alle Denk- und Handlungsmuster, und natürlich auch Bewertungsmuster, die zumeist unbewußt sind und zu einem bestimmten Lebensstil führen. Wir greifen immer irgendwie darauf zurück und das führt eben zu unserer Lebenspraxis. Natürlich beinhaltet das auch Grenzen, weil ich vielleicht beispielsweise durch meine Sozialisation niemals gelernt habe, mich in der High Society zurecht zu finden... mich also demnach auch nicht in solchen Kreisen bewege, vielleicht mich mit solchen Menschen nicht allzu gut verstehe bzw. mit mich eher mit Menschen abgebe, die eine ähnliche Lebenspraxis haben. Ich kann natürlich lernen, in einem neuen sozialen Raum zu leben. So hab ich Bourdieu zumindest verstanden :H
hmmm und was hat das dann mit diesem habitus (was ihr alles wisst! ) auf sich? du sagst ja auch, man kann lernen in neuen sozialen räumen und grenzen zu leben. also im grunde ist dann ja alles relativ, denn wir können anscheinend alle grenzen überwinden. oder wie oder was?
und mentale sklaverei und weltgeschehen: vielleicht bin ich doof, aber ich finde das weltgeschehen schon sehr wichtig! egal wie ähnlich es ist. du hast das vielleicht ganz gut im griff, aber es gibt viele leute, die sich nicht informieren und ein dementsprechend kleines beschränktes weltbild haben. und mit so einem weltbild ist man vor allem auch anfällig für jede art von propaganda
ja, da gebe ich Dir auf jeden Fall recht. Allerdings sollte man jegliche, durch welches Medium auch immer vermittelte Information hinterfragen und nicht alles so schlucken. Ich hab das irgendwo schon einmal geschrieben. Ich find das ziemlich gefährlich. Aber vielleicht trauen sich viele Menschen auch nicht, gewisse Dinge zu hinterfragen und übernehmen die Meinung anderer... weils halt doch irgendwie einfacher ist.
also... es geht hier in erster Linie um soziale Grenzen und Räume. Und ich glaube auf jeden Fall, dass man das kann. Der Mensch ist sehr anpassungsfähig. und ja klar..... alles ist irgendwie relativ. Und die Verabsolutierung des Relativen ist gefährlich... hat mein Deutschlehrer immer gesagt it's all about how you look at it... that's the tricky thing... but that's the Secret
andererseits gibt es auch grenzen dieser anpassungsfähigkeit. selbst wenn man sich noch so bemüht, in feinsten kreisen entsprechend umzugehen. wer aus einer anderen ecke der gesellschaft kommt und manche der dort geltenden normen nicht als normal sondern eher als altbacken oder spießig auffasst, wird trotzdem nie genau so werden können wie diese anderen leute (weil er/sie es wohl auch kaum will), aber dementsprechend auch immer als nicht so richtig dazugehörig auffallen und vielleicht auch ausgegrenzt werden. oder er/sie muss ein sehr guter schauspieler sein!
Aloha, da ich Frageboegen liebe, moechte ich mal auf Aglajas Beitrag antworten. Hm, Grenzen verschwinden (soziale, von Religion gestuetzte, oekonomische, z.B. wirtschaftliche Abhaengigkeit der Frau vom Mann), wir nutzen das neu gewonnene Land. Wir koennen doch nicht anders, folgen dem, was Freud auf 2 Triebe reduzierte, nur eben fast bis zur Unkenntlichkeit abstrahiert und diversifiziert. Bedingt. Wir leben in einer nahezu vollstaendig konsumierbaren Welt, wir tun eigentlich kaum etwas anderes als Konsumieren, ob Daily Soaps, Handtaschen, Musik, Reiseerfahrungen oder Menschen. Auch in diesem Fall koennen wir nicht anders, Abwechslungspräferenz, sensation seeking und so, du hast doch da viel eher den Durchblick als ich. Im Kleinen sicher auch das. Bindungen sind schliesslich Abhaengigkeit, aber Unabhaengigkeit ein Ideal moderner, junger Menschen der 'westlich' genannten Kultur. Im Grossen sind Bindungen wahrscheinlich nicht mehr so gefragt, weil ihre klassischen Vorteile, von der Effizienz der Jagd im Rudel bis zum Profitieren von dem wirtschaftlichen Ertrag des Partners, immer mehr an Bedeutung verlieren. Moeglich schon, aber unwahrscheinlich. Moeglich, einen Partner zu finden, mit dem man sich eine Lebensbeziehung vorstellen kann. Unwahrscheinlich, denke ich, fuerchte ich, das es eine Lebensbeziehung werden wird. Wir sind dafuer wohl nicht gemacht. Auch in Ahnlehnung an die Frage davor: Einerseits wird es sicherlich schwieriger, einen Partner mit passendem Habitus (da ist er wieder) zu finden. Die Kunst aber doch eher darin, einen Partner zu finden, der das gleiche Mass an Akzeptanz (wenn nicht gar Interesse!) an Differenzen des Habitus aufbringt, und dieses Mass ist nicht immerhin ein klein weing selbstbestimmt. Ist nicht das romatische Ich die Fehlkonditionierung (das ist auch sie wieder), die u.a. durch die christlich-moralische Lehre entstandene Verklaertheit, die unserer Natur eigentlich widerstrebt? Braucht es zur Erhaltung der Art etwa gar keinen Einklang der Seelen? Ok, ein persoenliches Resumee. Ich erwarte kein Leben in Liebe. Vor 2 Monaten ging wieder Mal eine mehrjaehrige Beziehung zu Ende, gescheitert wohl an einem unterschiedlichen Mass an Akzeptanz fuer Differenzen im Habitus... Einher ging es mit auch mit einer gewissen Desillusionierung (des romatischen Ichs?). Es scheint, als koenne die Liebe nicht, wie ich dachte, Millieu und Misere, Raum und Zeit ueberwinden, sondern muesse schon an einigen divergierenden Interessen scheitern. Doch warum sich lange graemen, kann es nicht beim naechsten Mal schon anders sein? Und so hoffe ich auf Symmetrie, auf Eins-Sein, des anderen Gedanken denken, des anderen Gefuehle fuehlen und all den anderen transzendentalen Mist... Noch ein Wort zur Freiheit. Chomsky rockt natuerlich auch. Doch was immmer Chomskey, Marley oder sonstwer auch sagen, wir sind immer nur armselige Opfer unsere Sozialisation, viel mehr Produkte unserer Umwelt als unserer Selbst. Freedom 's never free, sagt man. Aber egal, I want to be a non/confomist like all of my friends... Um das Thema wenigstens zu streifen, hier noch ein Song an die Schwester: sister awake when the winter was over she returned there to find him and her memories filled her with light she remembered the beauty she remembered desires and her memories filled her with light i am the sun in the flame cold from the flame turns away and in these winds came a change she awakes... sister walk through these fields of delight but I want you to know desperation's the tenderest trap so gently you go what will it take sister awake when this beautiful cult of desire has left you for dead isolation will cradle the lies of things left unsaid what will it take sister awake and you'll look to the heavens above and taste it's deceit these temptations have blinded desires to sleep at their feet what will it take sister awake and you'll hear them call out your name invoking the fates chances are you've travelled too far in stirring their hate what will it take sister awake awake Das wuerde mich dann aber auch gewaltig interessieren. Schliesslich bin ich auch kein Hippie, zum Arbeiten hier, und froene lieber den Kuensten als dem Kiffen. Tulpen aus Amsterdam Eric
*g* Viele wahre Worte. Über das mit der romantischen Liebe denke ich auch nochmal nach - was sie überwinden kann und was nicht. Ob sie den Einklang nicht vielleicht mit sich bringt? Oder die Toleranz und Akzeptanz ermöglichen sollte? Viele Fragen....