Leben und Sterben

Discussion in 'German' started by YinYangFish, Aug 2, 2006.

  1. YinYangFish

    YinYangFish Senior Member

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    Zur Zeit ist es irgendwie komisch: Ich weiß nicht, vielleicht merke ich daran, dass ich älter werde und deswegen auch immer mehr Menschen, die ich kenne (oder Menschen, die jemand kennt, den ich kenne ;)), irgendwann von der Bühne ihres Lebens treten. Und doch habe ich das Gefühl, das ist gerade ziemlich viel.
    Ich will mich nicht beklagen. So ist der Lauf der Dinge und dass das so schwer fällt, bis zu einem gewissen Punkt haben wir (=unsere Gesellschaft oder Kultur) uns das vielleicht auch selbst eingebrockt, weil wir Sterben und Tod so gerne ausblenden. Und doch: Irgendwie macht mich das nachdenklich und betroffen. Es erinnert mich daran, dass das Sterben irgendwann kommen wird. Und ich kaum etwas darüber weiß, weder wann noch wie, noch was dann geschieht. Und irgendwie wünsche ich mir, dass es mich auch daran erinnert, dass ich lebe und wirklich leben kann, das genießen, was ich habe. - Alles hat eben zwei Seiten...
     
  2. ~grof~

    ~grof~ Member

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    Abschied zu nehmen ist immer hart ...

    doch das sterben gehört zum Leben, bewundernswert die Tiere, welche selbst erkennen wann ihre Stunde gekommen ist, und sich zum sterben zurückziehen ..

    jeden Augenblick wahrhaftig Leben, das ist ein Ziel :)

    Loslassen können, von allem Materiellen, das müssen wir so oder so; nakt wurden wir geboren ... nakt sterben wir ... das ist so natürlich wir der Zyklus von Tag und Nacht, Vollmond und Neumond ... so natürlich und doch so schwer, so hart.

    einerseits blenden wir es gerne aus, schieben alte Menschen ab ins Heim; andereseits gibt es viele Kinofilme, da wird gemordet am laufendem Band ...

    Wenn wir das Ziel erreichen können, im Augeblick zu leben, loszulassen, die Dinge so zu nehmen wie sie sind, nicht an morgen oder gestern zu denken, dann können wir auch das sterben akzeptieren ...

    Für mich selbst stell ich mir das sterben nicht wirklich unangenehm vor. Altern und Krankwerden, das ist weit negativer ...

    Oftmals lese ich von spirituellen Autoren, wir würden jeden Augenblick sterben und wiedergeboren ...

    Sterben, das wird die Rückkehr zu einem vertrauten Ort, dorthin zurück, wo wir hergekommen sind ...
     
  3. Pronature69

    Pronature69 Member

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    Es gibt so viele unterschiedliche Theorien und Glaubensrichtungen bezüglich des (Nicht-) Lebens nach dem Tode. Man kann sie alle nicht beweisen.

    Sicher ist jedoch, daß wir immer weiterleben werden - in den Gedanken und Erinnerungen derer, die uns überlebt haben!

    So werden die, die wir liebten NIE sterben - denn sie sind in uns. Sie werden uns begleiten, bis wir eines Tages selbst gehen - als Körper, als Materie. Selbst dann wird ein Teil, dessen was die ausmachte, die wir liebten in denen weiterleben, die uns liebten.
     
  4. Heaven

    Heaven Senior Member

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    @yyf: schön, dass du diesen thread gestartet hast, auch wenn ich erst jetzt die kraft finde zu antworten beschäftigt mich dieses thema zur zeit (aus gegebenen anlässen) sehr.

    ich habe noch nie von einem meiner nächsten menschen abschied nehmen müssen. heute nacht habe ich die vergangen tage wohl im traum verarbeitet, in dem mir ein solcher "naher" abschied begegnete und mir war als würde ich selbst mit sterben. ich habe keine ahnung, wie ich einen solchen abschied verkraften würde. am liebsten würde ich nicht eher gehen als meine liebsten. am besten alle gemeinsam in erfülltem alter, so dass keiner den schmerz ertragen müsste. doch das geht nicht. und diese plötzlichkeit - dieses "von einem moment auf den anderen ohne abschied nehmen zu können", das mir in letzter zeit begegnet ist - das macht mir angst. der gedanke mit einer person vielleicht in schlechten gefühlen auseinander gegangen zu sein oder manches nicht gesagt zu haben und dann ist sie einfach weg und kehrt nie wieder...
    ich weiß dass diese momente des abschieds kommen werden und vor nichts hab ich mehr angst.
    meine eigene vergänglichkeit erschreckt mich da weniger als der verlust eines geliebten menschen.
    dies könnte ich mir sehr gut für mein gehen vorstellen: http://www.baumbestattung.de/
     
  5. Pronature69

    Pronature69 Member

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    Als Archäologe würde ich gerne so bestattet, daß von meiner Hülle auch nach ein paar tausend Jahren möglichst viel noch der Forschung dient.

    In jedem Falle verbiete ich mir eine Störung meiner Ruhestätte nach ein paar Generationen. Eine Gesellschaft die so etwas macht ist pietätlos (kommt mir bitte nicht mit Platzmangel. In den meisten Gegenden dieser Welt, werden die Toten in Ruhe gelassen, auch in dichter besiedelten Gebieten als Europa)!
     
  6. Kastenfrosch

    Kastenfrosch Blaubeerkuchen!! Lifetime Supporter

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    ich habe schon liebe Menschen verlohren, der letzte war mein Opa. Wobei, es ist denke ich einfacher sich von alten Leuten, wo man den Tod kommen sieht, zu verabschieden, als von jungen Menschen, die scheinbar noch alle Zeit gehabt hätten.


    Aber ein Erlebnis beim Tod meines Opas, war schon sehr bezeichnend, seit dem hab ich keine Angst mehr vor dem Tod in irgendeiner Art und Weise. Er starb mit einem Lächeln, obwohl es ihm wirklich dreckig gegangen sein muss. Er hat sich auf das gefreut was kam. Was auch immer das sein mag.

    Auch ist er mir einmal im Traum erschienen, als ich große Probleme hatte. Es war kein Traum von ihm als lebende Person, sondern von ihm als Geist. Er kam durch dir Tür, streichelte mir über den Kopf, sagte mir ich soll keine Angst haben, und daß alles gut wird. Dann ging er -- durch die Wand. Und: Es wurde alles gut.



    Ich möchte gerne die einzige, eines Töpfers würdige Bestattung haben: Als Ascheglasur auf einem schönen Pot. Ist nur leider nicht legal in Deutschland. Aber wenn mir das einer arrangiert, wäre ich dankbar :)
     
  7. Woodstock 69

    Woodstock 69 Member

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    dein opa war IST echt cool !!!
    ich hab vor solchen menschen respekt
     
  8. yellow

    yellow Member

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    Sterben gehört zum leben dazu wie das atmen . Jedoch ist es leichter, sich relativ "gut" mit dem tod eines menschen abzufinden, wenn er schon ein betagtes alter erreicht hat. Es ist ungerecht, wenn manche unter uns viel zu früh gehen müssen...ob das schicksal ist oder nicht ist schwer zu beantworten. Auf jeden fall hinterlässt dies dann bei uns ein großes loch gefüllt mit tränen und trauer.
    Man sollte sich immer bewusst sein, dass das leben schneller zu ende gehen kann als man denkt.

    Deshalb: Genießt das leben. Nur wenn man nicht ständig in der vergangenheit lebt bzw. sich nicht andauernd sorgen um die zukunft macht kann man erst das schöne der gegenwart erkennen und genießen.
     
  9. Southernman

    Southernman Boarischer Rebell

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    Nicht schlecht, habe gerade mal nach Ascheglasur gegoogelt. Wieviel Pötte kann man/frau mit der Asche eines Menschen glasieren?

    And you run and run to catch up with the sun, but it's sinking
    And racing around to come up behind you again
    The sun is the same in a relative way, but you're older
    Shorter of breath and one day closer to death
    - aus Time von Pink Floyd auf Dark Side of the Moon -
     
  10. sophie

    sophie Member

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    der tod gibt dem leben doch auch einen gewissen sinn...

    ich habe gestern eine doku gesehen: "schöner sterben - neue wege ins jenseits" und neben diversen ulkigen bestattungszeremonien (feuerwerksrakete, billigbestattung in polen, plastinierung bei dem körperweltentyp) gab es eine hilfreiche information: es gibt irgendwie bestattungsunternehmen, die darauf spezialisiert sind, deine asche in die schweiz zu schicken (oder den leichnam aus dem dort asche wird?), dann schicken die schweizer das ganze wieder nach deutschland zum abschied nehmen und dann soll die urne zwar wieder zurück, aber das kann dann niemand mehr nachweisen und deshalb kann man die fast offiziell behalten. oder so ähnlich. jedenfalls stünde dann deiner ascheglasur nichts mehr im wege ;)
     
  11. Kastenfrosch

    Kastenfrosch Blaubeerkuchen!! Lifetime Supporter

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    sophie, ich danke dir für diese information!!!!!!!!!!!!


    @southernman: da aus einem menschen kaum mehr als ne handvoll asche übrigbleibt, reicht das knapp für einen kleinen Pot, mit der Oberfläche, die diese Asche ca 1mm dick bedeckt.


    Jedenfalls sollte ich das mit der Ascheglasur mal testamentarisch festhalten...
    Sollte es nicht klappen, bin ich auch mit einer Normalen Feuerbestattung zufrieden. So viel Feuer muss für eine Pyromanin doch drin sein.
     
  12. Hawklord

    Hawklord Member

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    Ja, wenn der Mensch ein betagtes Alter hatte ist es leichter.
    Ich habe schon einige liebe Menschen verloren. Alle meine Großeltern und einen Onkel und eine Tante. Und besonders schlimm war der Verlust von zwei Freunden die waren erst 19 und 26. (Und bei beiden wäre es zu verhindern gewesen, also ganz und garnicht Schicksal).
     
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