Werd hier ab und zu Fundstuecke aus den 60ern posten. Los geht's mit einem Schlager von Freddy Quinn. Meine Eltern schenkten mir damals die Platte in der Hoffnung, dass ich mir den Text zu Herzen nehme. - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Wir Wer will nicht mit Gammlern verwechselt werden? WIR! Wer sorgt sich um den Frieden auf Erden? WIR! Ihr lungert herum in Parks und in Gassen, wer kann eure sinnlose Faulheit nicht fassen? WIR! WIR! WIR! Wer hat den Mut, fuer euch sich zu schaemen? WIR! Wer laesst sich unsere Zukunft nicht nehmen? WIR! Wer sieht euch alte Kirchen beschmieren, und muss vor euch jede Achtung verlieren? WIR! WIR! WIR! Denn jemand muss da sein, der nicht nur vernichtet, der uns unseren Glauben erhaelt, der lernt, der sich bildet, sein Pensum verrichtet, zum Aufbau der morgigen Welt. Die Welt von Morgen sind bereits heute WIR! Wer bleibt nichtewig die lautstarke Meute? WIR! Wer sagt sogar, dass Arbeit nur schaendet, so gelangweilt, so masslos geblendet? IHR! IHR! IHR! Wer will nochmal mit euch offen sprechen? WIR! Wer hat natuerlich auch seine Schwaechen? WIR! Wer hat sogar ganz aehnliche Maschen, auch lange Haare, nur sind sie gewaschen? WIR! WIR! WIR! Auch wir sind fuer Haerte, auch wir tragen Baerte, auch wir geh'n oft viel zu weit. Doch manchmal im Guten, in stillen Minuten, da tut uns verschiedenes leid. Wer hat noch nicht die Hoffnung verloren? WIR! Und dankt noch denen, die uns geboren? WIR! Doch wer will weiter nur protestieren, bis nichts mehr da ist zum protestieren? IHR! IHR! IHR! © des Textes bei dem Interpreten / der Interpretin bzw. den Plattenfirmen
ich find cool das dui hier schreibst auch wenn das hier noch niemand so richtig wahrgenommen hat hiermit herzlich willkommen
Freddy an den Herzberg!!!! (Danke, liebe Eltern, dass ihr mich mit solchen Geschenken verschont habt)
1968 Mythische Jahreszahl; zur Chiffre geworden fuer eine Zeit des Umbruchs. Die erhebliche gesellschaftliche Sprengkraft der Jugend-protestkultur der spaeten sechziger Jahre lag vor allem darin, dass die politische Diskussion mit einer Revolution des Lebensstils einher ging. Im Januar 1967 tun sich Dieter Kunzelmann und Fritz Teufel mit Gesinnungsgenossen in West-Berlin zur "Kommune 1" zusammen (Rainer Langhans und Uschi Obermaier kommen erst spaeter dazu) und ueberwinden mit dieser neuen Form des Zusammenlebens die buergerlichen Normen der noch jungen Bundesrepublik. Politisches Gewissen, Verstand und Witz vereinen sich in den Revoluzzern zu einem noch nie dagewesenen Lebensgefuehl, dessen aeussere Zeichen unkonventionelle Kleidung, Haschisch und die Musik waren, welche die entsetzten Hueter der Moral selbst in der Provinz - und dort wohl noch energischer als in West-Berlin - veranlassten, mahnend den Zeigefinger zu erheben. Die Studenten, grossenteils organisiert im "Sozialistischen Deutschen Studentenbund" (SDS) und mit Rudi Dutschke als ihrem bedeutendsten Vertreter, demonstrieren gegen Kapitalistische Ausbeutung, veraltete Strukturen im Universitaetsbetrieb und gegen die nicht aufgearbeitete Nazi-Vergangenheit der Elterngeneration; mit dem Slogan "Unter den Talaren der Muff von tausend Jahren" provozieren sie die Autoritaeten. Auch den mittlerweile eskalierenden Vietnam-Krieg, der erste Krieg der Geschichte, dessen Bomben zeitnah via TV die Gemueter in unseren Wohnzimmern erzittern laesst, klagen die Studenten an, gehen gegen die USA und deren Verbuendete auf die Strasse und liefern sich heftige Strassenschlachten mit der Polizei. Als sich am 2. Juni 1967 der Schah von Persien im Rahmen eines Staatsbesuches in West-Berlin einfindet kommt es zwischen Demonstranten und der Polizei zu schweren Tumulten, in deren Verlauf der 26jaehrige Student Benno Ohnesorg von einer Kugel aus einer Polizei-Waffe toedlich getroffen wird. (Im Rahmen dieser Demo wird Fritz Teufel verhaftet. Bei seinem Prozess, der erst Monate spaeter im Kriminalgericht Moabit in Berlin stattfindet, wird er vom Richter aufgefordert sich zur Urteilsverkuendung von seinem Platz zu erheben. Erst nach wiederholter Aufforderung steht Teufel auf und spricht die Worte: "Wenn es der Wahrheitsfindung dient...") Die Proteste greifen vom Epizentrum Berlin auf die gesamte Bundesrepublik ueber. In diesem Jahr (von 1967 bis 1968) wird der SDS zur vereinigenden Kraft der Protestbewegung. Nachdem Rudi Dutschke am 11. April 1968 durch Schuesse aus der Pistole des neonazistisch beeinflussten Josef Bachmann lebensgefaehrlich verletzt wird (Foto), treibt es sogar die Gemaessigten auf die Strasse; erstmals ist der Anteil der nichtintellektuellen Jugendlichen, vor allem von Lehrlingen, besonders hoch. Es kommt zu den schwersten Strassenschlachten in Deutschland seit der Weimarer Republik, in deren Verlauf 400 Menschen zum Teil schwer verletzt werden und 2 Menschen (in Muenchen) ums Leben kommen. (Dutschke stirbt am Heiligabend 1979 im Daenischen Exil an den Spaetfolgen des Attentats. Seine Frau ist zu dieser Zeit hochschwanger. Anfang 1980 wird Marek Dutschke geboren. Gehoert quasi zu der Generation, die hier im Forum den Grossteil stellt.) Nach 1968 war Deutschland nicht mehr das gleiche Land wie vorher. The Times They Are A-Changing, Bob Dylan 1964
"Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger" - dieser Heinrich Luebke zugeschriebene Ausspruch auf einer Afrikareise ist nicht belegt, gleichwohl zu einer Modernen Sage geworden. Belegt ist, dass Luebke in Tananarive (heute Antananarivo), der Hauptstadt Madagaskars, das Praesidentenpaar mit den Worten "Sehr geehrter Herr Praesident, sehr geehrte Frau Tananarive!" gruesste und spaeter ueber das Land sagte: "Die Leute muessen ja auch mal lernen, dass sie sauber werden." "Der Spiegel" hatte den Bundespraesidenten auf dem Kieker. Spaetestens ab 1967 findet sich in fast jeder Ausgabe ein Beispiel fuer einen Lapsus Heinrich Luebkes. Folgend ein paar "Schmankerl": Heinrich Luebke, 72, Bundespraesident, besuchte am Montag letzter Woche, obwohl er an einer Stirnhoehlenvereiterung litt ("Nach meiner Asienreise hat mich die frische, rauhe Luft des Sauerlandes umgeschmissen"), das Jugenddorf in Dortmund-Oespel und besichtigte auch Hobby-Arbeiten der Dorf-Jugend. Luebke vor einem holzgeschnitzten Kopf: "Wer hat denn den Dickkopf gemacht? Der kann sich sehen lassen." Der Praesident beim Betrachten einer abstrakten Holzplastik: "Da weiss man ja gar nicht, in welcher Richtung man das hinstellen muss. Wo hat denn der sein Gehirn?" Wenig spaeter unterwies Luebke die Jungen: "Jeder, der diese Dinge nicht in der Jugend uebt, hat im Alter seine Phantasie verloren." (Der Spiegel, 10.4.1967) Luebke empfing in der Villa Hammerschmidt 40 Parlamentarier. Als sich die Abgeordneten in der Galerie der Villa aufgestellt hatten, gab Luebke die Tagesordnung bekannt: "Ich werde jetzt zu Ihnen sprechen, dann koennen wir uns unterhalten und etwas trinken." Nach der Ansprache begruesste er jeden Teilnehmer persoenlich. Als ihm CSU-MdB Heinrich Aigner aus Amberg vorgestellt wurde, sagte Luebke unvermittelt: "Also aus Algier kommen Sie. Das sieht man ja." Den CDU-MdB Hans Edgar Jahn aus Braunschweig fragte Luebke: "Ach, und Sie kommen aus Marokko?" (Der Spiegel, 17.4.1967) Heinrich Luebke verschreckte den Botschafter des suedafrikanischen Koenigreichs Lesotho, Kotsokoane: "Mein alter Freund Olympio ist ja von Ihrem Praesidenten ums Leben gebracht worden." Der Botschafter fassungslos: "Nein, nein, das kann nicht sein." Luebke beharrte auf seiner Meinung. Als Kotsokoane einwandte: "Aber mein Praesident lebt doch", korrigierte Luebke: "Nein, den Vorgaenger meine ich." Daraufhin konterte der Botschafter: "Mein Praesident hat noch keinen Vorgaenger, wir sind doch erst vor eineinhalb Jahren unabhaengig geworden." Luebke wies den Einwand ab: "Ach was. Das sind doch alles nur Ausfluechte." (Der Spiegel, 29.1.1968) Heinrich Luebke, der am vergangenen Dienstag in seinem Amtssitz 62 amerikanische Austausch-Schueler empfing ermahnte die jungen Amerikaner, nach ihrer Rueckkehr Vorurteile gegen Deutschland zu bekaempfen: "Wenn man Ihnen sagt, wir haetten einen Hitler gehabt, dann muessen Sie sagen, dass Hitler gar kein Deutscher war, und dass er auch nicht normal war." (Der Spiegel, 17.7.1967) Von 1939 bis 1945 arbeitete Luebke als Vermessungsingenieur und Bauleiter beim Architektur- und Ingenieurbuero Schlempp, das der Verfuegung des "Generalbauinspektors fuer die Reichshauptstadt" Albert Speer unterstand. Nach Kriegsende wurde er Mitglied der CDU. Von 1959 - 1969 war er Praesident der BRD. (Quelle: diverse Seiten im WWW und Wikipedia)
In Persepolis steht noch eine alte Burg, wie die heisst habe ich vergessen, und gebaut hat die der Darius oder Xerxes, ich weiss das nicht so genau. Indonesien besteht aus Inseln, die liegen teils noerdlich, teils suedlich vom Aequator, und dazwischen ist eine Menge Wasser. Dann kamen wir nach Teheran ... und da habe ich gleich gesehen, die Leute waren alle sauber gewaschen. Sukarno wollte ich erst gar nicht besuchen, denn das sollte ja so ein schrecklicher Mensch sein, aber dann habe ich ihn kennengelernt und festgestellt, dass er ein ganz praechtiger Kerl ist. Ich habe gesagt, Herr Schah, Sie verstehen nichts von Wirtschaft. Der Schah ist ein sehr netter Mann. Er hat mich auch auf die Entwicklungshilfe angesprochen. Er ist der Ansicht, wir sollten lieber weniger Laendern Entwicklungshilfe geben, dafuer aber mehr. Er hofft natuerlich, dass er dann dabei ist.
Von Ende Juli bis Mitte August traellert Heintje aus (fast) allen Rundfunkempfaengern der BRD: Mama, Du wirst doch nicht um deinen Jungen weinen. Mama, Bald wird das Schicksal wieder uns vereinen Ich werd es nie vergessen, was ich an dir hab besessen, dass es auf Erden nur eine gibt Die mich so heiss hat geliebt. Mama, und bringt das Schicksal uns nur Kummer und Schmerz dann denk ich oft daran es weint fuer mich immer Mama dein Herz. Abgeloest wurde MAMA von - wiederum Heintjes: DU SOLLST NICHT WEINEN Passend zum Text rollen in der Nacht zum 21. August Panzer der Warschauer Pakt Staaten in die CSSR ein und schlagen den sog. PRAGER FRUEHLING nieder. - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Nebenbei bemerkt: auch SAN FRANCISCO war 1968 in den deutschen Charts. Ja gut - und die Beatles hatten ebenfalls ein paar Hits ;-) Allerdings wurde HEY JUDE erneut von Heintje abgeloest: HEIDSCHI BUMBEIDSCHI http://www.musik-page.de/60er/68.htm Guckst Du - Hippie Heintje Simons
War ja zu befürchten, dass der Schreihals im Rahmen dieses threads auch auftaucht. Zum Glück bin ich damals schon auf anderen Sound abgefahren, die Bravo-Phase vorher hat bloss ein paar Monate gedauert, dann war Club16 im Bayrischen Rundfunk und der Beat Club aus Bremen das Mass aller Dinge für mich. Der Sound von Cream, Doors, Jefferson, Flock und Konsorten lief zu dieser Zeit unter der Bezeichnung Underground.
Mit der *echten* Musik ging es bei mir erst 1969 los. Damals wechselte ich von der Volksschule auf die Realschule, musste mit dem Bus taeglich eine gute Stunde lang in die *grosse Stadt*, wo sich die Schule befand und wurde von meinen neuen Freunden musikalisch ordentlich *versaut*, wurde schliesslich selbst so ein *langhaariger, verlauster Affe*.
Richtiger wäre: ...Don't trust these Germans, they might use a concert tour to invade Poland again... or ...Don't trust these Americans, they might use a concert tour to invade Iraq again...
Der 13. August 1961 gilt als Datum der Grundsteinlegung fuer ein Bauwerk, das zu einem Berliner Wahrzeichen wurde. Im Schutz dieses Wahrzeichens gedieh eine "Subkultur" die ohne dieses Wahrzeichen in dieser Form und Intensitaet nicht moeglich geworden waere. Mittlerweile wurde das Wahrzeichen abgerissen und durch eine Art Legebatterien fuer menschliche Wesen ersetzt. Die beiden Bilder entstanden am gleichen Platz, dem sognannten "Bootsdammer Platzl". Bild Numero 1: unproduktives, hedonistisches Gammlervolk im Schatten des Wahrzeichens und 15 Jahre spaeter am selbigen Platzl Bild Numero 2: Legebatterien fuer eine gehorsame, produktive Spezies