Hm. Da hab ich ja was ausgelöst, und vor allem von Flowerian immer noch keine Antwort gesehen! Zum Bund gehen? Naja, ich hab Zivi gemacht und würde auch eher davon abraten. Aber wer da als Sanitäter oder als Musiker hingeht, okay. Wer da hingeht und gar keine Ahnung hat, was Soldaten manchmal machen (müssen), auch okay erstmal. Sind Soldaten Mörder? Kommt drauf an: Wenn sie getötet haben. Aber auch dann ist das alles noch kompliziert genug: Wenn sie ins Feld geschickt wurden auf Befehl und dann töten mussten, um selbst zu überleben? Manche Soldaten sind Mörder, ja. Und manche leiden darunter - würde ich mal vermuten. Manche Soldaten haben vielleicht auch brutal und bestialisch getötet, Massaker begangen aus politischer Überzeugung oder wohl eher Verblendung. Das schockiert mich und entsetzt. Und doch bleibe ich hin und her gerissen zwischen Wut, Ärger und Mitgefühl für Opfer und AUCH Täter, weil der offensichtlich keine wirkliche Ahnung hatte, was er/sie(?) tat und damit anderen antat - sonst hätte er es gelassen! Manche Soldaten sind auch keine Mörder. Und haben trotzdem Grausiges getan. Die Palette ist breit: Demütigungen, Gewalt, Vergewaltigung. Fürchterlich, und doch sind es keine Mörder. Und dann gibt es nochmal ganz viele Soldaten, die nichts von alle dem getan haben, sondern z.B. zur Zeit in Afganistan auf Friedensmission sind, dort trotz militärischer Uniform anderen helfen. Andere töten, damit nicht noch mehr Menschen getötet werden, z.B. Menschen aus Special Forces-Einheiten, die Top-Terroristen töten, bevor diese töten, vielleicht aber töten, wenn es gar nicht nötig ist (man kann ja auch jemand gefangen nehmen!) oder gar die falschen töten (Irren ist menschlich - und doch kann das dann keine Entschuldigung sein!). Oder es gibt Polizisten, die auch Dienst an der Waffe tun, dabei vielleicht auch getötet haben. Mörder? Leute, das ist alles ganz schön schwierig, zu schwierig, um bloß zwischen schwarz und weiß wählen zu können, ohne die Graustufen auszulassen. Selbst Menschen, die zum Militär gehen und sagen, sie würden auch töten, werden in dem Moment, in dem sie es tun müssten, womöglich nochmal auf eine ganz harte Probe gestellt, die dann wirklich zeigt, wie es aussieht. Aber auch dann ist noch nicht alles gesagt. Wer dann bemerkt, dass es falsch war, kann der denn genauso behandelt werden wie der, der es trotzdem wieder tun würde. Und wissen wir, ob es nicht vielleicht einer dieser extremen Sonderfälle war, in dem dadurch unzählige andere Menschen geretten wurden, z.B. wenn ein Selbstmordattentär im Irak oder anderswo nur aufgehalten werden konnte dadurch, dass er erschossen wurde. Auch dann bleibt es immer irgendwie zwiespältig. Wie gesagt, es ist eben nicht so ganz einfach! Ihr merkt, ich drücke mich um ein klares Urteil. Aber ich merke auch, dass ich keins abgeben KANN. Es hängt jeweils vom Menschen an, von der individuellen Geschichte, von dem, was wirklich geschehen ist und wie der Mensch dann dazu steht. Und selbst wenn ich danach dann mir eine Meinung bilden kann: Menschen ändern sich. Vielleicht wird mancher Soldat doch noch zum Verweigerer, mancher Mörder gar zum Kriegsgegner. Und dann?`Dann bleibt die Vergangenheit, wie sie war, und doch muss ich mit diesem Menschen in der Gegenwart wieder neu umgehen, um ihm als Mensch, als Wesen mit Stärken und Schwächen, gerecht zu werden. Daher zumindest eins: Soldaten sind nicht einfach PAUSCHAL Mörder - und viele sind es nicht, vielleicht auch, weil es relativ friedliche Zeiten sind. Doch selbst die, die im Krieg getötet haben, kann man nicht alle einfach in eine Ecke stellen, darf aber auch nicht geharmlosen, was sie getan haben.
hier vielleicht nochmal ein Einschub (weil irgendwo die Nachfrage kam): Flo braucht ja keine Entscheidungshilfe, da er ausgemustert ist. Auch ohne das, wäre er denk ich mal nicht zum Bund. und er ist gerade mächtig am feiern und deshalb nicht anwesend.
ich hatte ja auch nicht vor damit jemanden die feier laune zu nehmen ich wollte einfach nur meine meinung dazu äusern