meine Heimat ist auch immer da, wo ich glücklich war und bin. ich bin in den letzten jahren so viel umgezogen, dass es auch für mich keine, wie pit sagt bindung an "blut und boden" gibt. außerdem hinterlässt mir der begriff heimat immer so einen faden nachgeschmack. zuhause bin ich in kronach, wo ich aufgewachsen bin. und zu würzburg, wo ich geboren wurde hab ich auch eine spezielle bindung. dort hab ich als kind immer meine ferien verbracht.
Naja, mit Heimat meinte ich mehr als nur einen Ort "da wo es mir gefällt" oder genauer: Wie sehen die Orte aus die euch gefallen ? (Klar, nette Menschen, doch davon ab) Zum Faden Nachgeschmackt: Gerade davon möchte ich weg, von einem Nationalistischen Heimatbegriff. Doch Heimat ist wichtig, deshalb gilt es diesen Beigeschmackt zu verlieren. Ich fang mal an, zu meiner Heimat gehört z.B. Äpfel, eine Wiese mit Apfelbäume (nein, ich muss die Wiese nicht besitzen, es reicht, wenn ich zufällig beim spaziergehen soetwas sehe) Das mit den Äpfeln mag trivial scheinen, doch ich denke gerade soetwas macht die Heimat aus. Komme ich nach Portugal, stehen dort überall nur Orangenbäume rum, weit und breit kein Apfelbaum, schon fühle ich mich dort weniger zu Hause. Ein Buchenwald gehört für mich auch dazu ...
In Bayern Produziert, In NRW die Verwanten und Geburt In Baden-Württemberg groß geworden und studiert In Tunesien ein großes Stück erwachsen geworden Ja Heimat liegt bei mir auch ein Stück überall wo ich war. Aber ich würde dennoch sagen, daß meine Wurzeln alle mal deutsch sind, auch wenn ich den arabischen Lebensraum aufgrund des Klimas eindeutig vorziehe. Und ich denke Verteidigen sollte sich jeder drüfen, und auch müssen. Denn fremdherrschaft zu erdulden ist ja auch nicht im Sinne der Gewaltlosigkeit. Ausserdem wäre es ja nur im Interesse imperialistisch orientierter Staaten, wenn sich andere Länder nicht wehren. Gewaltlosigkeit predigen, und sich nicht wehren, finde ich absolut naiv, und dumm. Dazu eine Gechichte Aus dem Amerikanischen Rainbow, die hier im forum mal gepostet wurde: Ein Mann vergewaltigt Frauen, aber weil man ja nur Frieden und Liebe macht und keinen wegschicken darf weil jeder eingeladen ist, wird der mann nicht weggeschickt. Erst nachdem er 8 (!!) Frauen vergewaltigt hat. Und einen faden beigeschmack hat diese Heimat nicht. Ich finde es auch traurig, daß es den deutschen so vergönnt ist, selbst in einem nicht-nationalistisch geprägten Bild von Heimat zu denken oder zu sprechen. Wenn ich mir überlege, daß wir -als deutsche- mal im Jemen in der Pampa zu einer Familie eingeladen wurden zum Tee trinken und Kuchen essen, weil wir eine Straße gebaut haben, macht mich das irgendwie auch stolz. (Natürlich sollten wir (wir, die wir dort saßen) auch dafür sorgen daß eine Straße zu dem Haus gebaut wurde, aber es war trotzdem ein schöner Nachmittag) edit: Ja, grof, das mit den Äpfeln und Buchenwäldern ist ein wunderschönes Beispiel. Ich vermisse hier in Karlsruhe auch schrecklich mein Donautal. Und den Heuberg mit den Fallobstwiesen und Rapsfeldern, und Löwenzahnwiesen.
Home is where the heart is. So kitschig finde ich das nicht. Ich bin in Karlsruhe geboren und aufgewachsen. Und da ich ein häuslicher Typ bin, nenne ich Karlsruhe schon so mein zu Hause. Das mag aber auch daran liegen, dass es in Karlsruhe einen Ort gibt, an dem mein Herz ist. (Das ist nicht der Ort, an dem meine Familie ist...) Ich vermisse die Nächte im Schlosspark und den Wald. Den Epplesee. Die Kippe. Das ZKM, Tai Chi in der Lachnerstraße. Menschen. Zu Hause bin ich in Hamburg. Freak-City. Ganz klar. Und zu Hause war ich auch in Indien und Irland. Heimat mit einem faden Beigeschmacl zu konnotieren liegt bei jedem selber. Das ist wie mit dem Wort "Volk". Wer es tut, ist selber schuld. Das ist eine Konditionierung, die man ganz einfach droppen kann.
für mich sieht meine heimat so aus viel wald, viel feld, viele dörfer und viele weiler (reinland pfalz )
heimat ist für mich auch, was ich woanders vermisse: - meine familie / freunde - das deutsche brot - die sprache - die sauberkeit der städte - die schnelle bearbeitungszeit an schaltern usw.
@ tani: natürlich hat jeder das recht sich zu verteidigen. die ideale, wenn auch leider utopische idee wäre ja, dass es gar keine kriege mehr gäbe. was den fall im rainbow betrifft, so gehört denen dort mal ordentlich eins auf die rübe für den blödsinn (hab ich mich jetzt als gewaltbereit geoutet?). also da ist ja wohl klar, was man mit so einem typen macht. ich bin ja nicht für anarchie, sondern für eine faire strafgesetzgebung (ich weiß, auch die ist leider nicht immer gewährleistet). aber ich bin gegen armeen, selbstjustiz und todesstrafe (wobei man hier bitte nicht mit einzelfällen kommen mag).
deutsches brot. in poona/indien gibt es eine bäckereikette, die nennt sich "german bakery". was die dort so alles als german pretzel, german roll und german bread verkauft haben....ts... ich verstehe, was du meinst. bin selber ein brotesser. meinst du das mit den wartezeiten am schalter ironisch??
ne, ich mein das ernst. wenn ich allein seh, in welchem schneckentempo die in luxemburg, oder in südlichen ländern zum teil an den schaltern arbeiten und mit welcher engelsgeduld 30 leute in der schlange warten... das können sie sich bei den ganzen querulanten in deutschland gar nicht erlauben *g*
wahre worte helfen wenig. eine tat die ist ein schatz. diskounter existieren, weil die menschen keinen pfennig in der tasche haben. masse statt klasse. kauf regional. klar, unterstütz den einzelhandel. so argumentiert ein unternehmerkind wie ich. soviel diskrepanz zwischen "keine kohle" und trotzdem im bioladen (bei mir) und sowenig umsicht bei sovielen anderen.
hm. was ich zu heimat sagen soll, weiß ich noch nicht. zu grofs beitrag über regionale Wirtschaft schon eher: Also prinzipiell bin ich auch für regionale Produkte, weil ich es bescheuert finde, dass wir unser Gemüse z.B. von sonstwo einfliegen (Tomaten aus Südeuropa...). Gut, manchmal geht es nicht anders oder lässt sich entweder kaum bezahlen oder aus anderen gründen schwer vermeiden. aber die grundtendenz ist wichtig. und die wäre, unnötigen hin- und hertransport vermeiden, wegen der frische und der umwelt. andererseits muss auch nicht alles von hier sein. Produkte von anderswo schaffen oder sichern dort Jobs. das muss man den Menschen dort ja auch nicht sofort missgönnen!
hallo ihr lieben geschwister! ich bin nach langer abwesenheit auch mal wieder hier, remember me? grof, gerade diese heimatfrage kam mir in der letzten zeit immer mal in den sinn. wo fühle ich mich gerade beheimatet? was bedeutet das für mich? ich lebe zur zeit in sieben linden, dort fühle ich mich jeden tag ein wenig mehr zu hause, wenn ich meine aldis besuchen fahre, dann habe ich das gefühl, heim zu fahren..... und doch ist es manchmal so, dass ich hier in sieben linden meine heimat fühle, gerade, weil ich hier ein leben führen kann, was meinen träumen nahe kommt. bald ist mein föj vorbei und ich hege schon leichte bedenken, dass ich eine entscheidende grundlageverlieren werde, wenn ich hier weggehe.....ich bin total gespannt, wie sich 'heimat' dann anfühlt..... ich grüße euch, ihr lieben schwestern und brüder, und sende euch viel viel liebe, die ich gerade stark in mir spüre......... alles liebe, mondvogel
Hi Mondvogel, was lese ich, Du bist seit Jun 2005 registriert, und dies war Dein erstes Post ? Grossartig !!
@heaven: ich glaube mondvogel war schon immer ein mondvogel @mondvogel: schön, dass du mal wieder da bist